Verhängnisvolle Nikotinsucht,

die etwas andere Rückfahrt.

Erfreut über das frühe Ende der Delegiertenversammlung betraten wir fünf, Anja, Monika, Sonja, Henrik und ich den Regionalexpress Nr. 1 in Hannover um am frühen Abend wieder bei unseren Liebsten einzutreffen. Durch eine Baustelle der Bahn auf der Strecke zwischen Hannover und Bremen, verzögerte sich die Ankunft in Bremen um ca. 12 Minuten. Der eigentliche Aufenthalt dort beträgt 14 Minuten. Per Durchsage wurden die Reisenden informiert, dass die Fahrt nach nur „kurzem“ Aufenthalt weitergeht. Die gestandenen Raucher Monika, Sonja und Henrik, die sich schon sehr auf die Zigarettenpause gefreut und vorbereitet hatten, konnten aber dem Suchtdruck nicht wiederstehen und stiegen aus. Nach 2 Minuten fuhr der Zug langsam an. Ich fragte Anja, „Sind die drei eigentlich schon wieder eingestiegen?“ „Nein, die stehen noch da“, erwiderte sie. „Wir rollen aber schon wieder“, führte ich an. Aber jetzt war alles zu spät, ohne die drei ging es weiter. Monikas Taschen, sie hatte noch reichlich eingekauft, mit Geldbörse, Handy, Strickzeug usw. lagen neben mir auf dem Sitz. Sonjas Tasche mit Geldbörse, Handy, Autoschlüssel usw. lag neben Anja, Sonjas Jacke und ihr Schal lagen sorgfältig aufgenommen über uns in der Ablage und auch Henriks Rucksack lachte uns an. Die drei standen nun also bargeldlos, teils ohne Jacke, ohne Fahrkarte und, was noch viel schlimmer war, mit einem gemeinsamen Restbestand von nur noch 3 Zigaretten bedröppelt am Bahnsteig der Hansestadt. Wenigsten hatte Henrik sein Handy, wenn auch mit nur wenig Guthaben drauf, dabei. So konnten wir ihnen ein Foto der Fahrkarte zusenden, mit dem sie zum Infostand im Bahnhof gingen. Einem freundlichen und hilfsbereiten Bediensteten der Deutschen Bahn, der genau wusste, welchem Zugbegleiter eines nachfolgenden Zuges er die Drei anvertrauen konnte, ist es zu verdanken, dass diese, wenn auch mit anderthalb Stunden Verspätung, unter Aufsicht in Leer ankamen. Ich hatte inzwischen Monikas Ehemann über den Verlust informiert. Er ist dann zur geplanten Ankunftszeit des Regios zum Bahnsteig nach Leer gekommen um ganzen Utensilien der drei Gestrandeten, zusammen mit Anja (ich war schon planmäßig in Augustfehn ausgestiegen), aus dem Zug zu bekommen. Er war es dann auch, der die Drei später in Empfang nahm. So fand denn eine verrückte wenn im Nachhinein auch sehr lustige Rückreise ein gutes Ende. Diese Verspätung, die ausnahmsweise Mal nicht der deutschen Bahn zuzuschreiben ist, wird sicherlich allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben.

Egon Tinnemeyer (Nichtraucher)