Vom 26.06. bis 28.06.26 fand wieder das jährliche Frauenseminar diesmal mit dem Thema „Das innere Kind“ statt. Also machte ich mich am 26.06. späten Nachmittag auf nach Lemförde mit der Vorfreude viele alte und neue Gesichter zu sehen und sich auszutauschen. Wir waren insgesamt 25 Teilnehmer Angehörige und Betroffene plus die beiden Referentinnen Anja und Andrea. Um 18:30 gab es Abendessen, was wie immer mit viel Liebe hergerichtet wurde. Anschließend trafen wir uns im Plenum. Er wurde wie auch letztes Jahr sehr schön geschmückt.
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Andrea und Anja. Nach Festlegen der Regeln für dieses Wochenende gab es eine kleine Vorstellungsrunde und ein erstes Kennenlernen des Themas. Zugegeben an diesem Abend konnte ich mir darunter nicht viel vorstellen, geschweige denn mich damit identifizieren. Nach einem sehr heißen Tag ließen wir den Abend ausklingen.
Nach einer erholsamen Nacht bei 30 Grad begann der nächste Morgen um 8:00 Uhr mit einem einfachen Frühsport unter Anleitung von Andrea, wobei wir viel lachten und Spaß hatten. Im Anschluss an ein gutes Frühstück trafen wir uns wieder im Plenum. Als erstes erklärte uns Anja, was das innere Kind ist. Durch Auswahl mittels kleiner Karten, die wie immer am Anfang für Verwirrung sorgten, legten wir kleine Gruppen fest. In der Gruppe erarbeiteten wir, wie ich Kontakt zu meinem inneren Kind herstellen kann. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich damit immer noch nichts anfangen. Ich hatte eine gute Kindheit, mein inneres Kind (Schattenkind) liegt eher in meiner Jugend und in meinem Erwachsenenleben. Nach ca. 20-30 Minuten trafen wir uns wieder im Plenum und diskutierten darüber. Als zweite Gruppenarbeit, die wieder über das Losverfahren ermittelt wurde, bekamen wir die Aufgabe „wie kann ich mein inneres Kind stärken“.
Um 12:30 gab es Mittagessen. Was ich sehr schön und als große Ehre empfunden habe, dass wir mit den Diakonissen gemeinsam in ihren Räumlichkeiten essen durften.
Nach dem Essen diskutierten wir noch über unsere zweite Aufgabe, wobei ich für mich zu dem Schluss kam, dass es immer ein Sonnenkind und ein Schattenkind gibt. Durch viel Positives und Ablegen von negativen Erlebnissen kann man das Schattenkind kleiner werden lassen und in den Hintergrund verbannen und dem Sonnenkind mehr Raum lassen. Von 13:00 bis 14:00 Uhr bestand in den unteren Räumlichkeiten der Diakonissen die Möglichkeit verschiedene mit Liebe hergestellte Basteleien und auch sehr schöne Karten zu erwerben. Nach dem Kaffee um 14:30 trafen wir uns noch einmal im Plenum. Da der Tag an sich sehr heiß war und wir alle nicht mehr aufnahmefähig waren, beschlossen wir den restlichen Tag für Frei-Arbeit zu nutzen. Dafür teilte Anja Karten aus mit einer Fragestellung, die wir dann in kleinen Gruppen diskutierten.
Das Abendessen war diesmal auch ein Highlight, da eine Männergruppe, die an diesem Wochenende auch ein Treffen hatte, mit uns gemeinsam gegrillt hat. Dazu wurden leckere Salate von den Diakonissen gereicht. Nach dem Abendessen war eigentlich das traditionelle Eisessen angedacht, was jedoch ausfallen musste, da die Eisdiele nicht mehr existiert. Wir trafen uns dann später wieder, um gemeinsam Lieder aus dem Heft Mundorgel zu singen. Was jedoch kläglich daran scheiterte, dass es viel zu heiß war und wir nicht mehr die volle Motivation zum Singen aufbringen konnten.
Am Sonntag war der Tag des Aufbruches. Da wir um 9:00 Uhr die Zimmer verlassen mussten, fand schon vorher ein reges Gewusel statt. Um 8:30 nahmen wir wieder das Frühstück ein, was sehr reichhaltig war. Im Anschluss trafen wir uns noch einmal im Plenum. Ein Teil der Gruppe ging mit Andrea zum Gottesdienst und der Rest der Gruppe wurde von Anja in eine Entspannungsmeditation geführt. Nach dem beide Gruppen wieder vereint waren, gab es noch eine kleine Schlussrunde mit sehr positiver Resonanz. Anschließend stellten wir uns draußen in einer Reihe auf, damit sich jede von jeder verabschieden konnte. Am Ende der Schlange übergab uns Andrea noch ein kleines Abschiedsgeschenk. Vielen Dank dafür.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit den Diakonissen trat dann jeder seine Rückreise nach Hause an.
Da uns Andrea am Anfang des Seminares erzählte, das sie das Seminar im nächsten Jahr aus gesundheitlichen Gründen nicht führen wird, möchte ich mich - und ich denke auch im Sinn aller anderen - für ihre tolle Arbeit die sie mit Liebe, immer guter Laune durchgeführt hat, bedanken.
Dazu noch ein kleiner Text der von den Diakonissen stammt.
Wir alle stricken an unserem Leben jeden Tag ein Stück weiter.
Oft ist das komplizierteste Muster vorgegeben und muss mit viel Konzentration bewältigt werden. Manche Strecken werden mühelos und freudig geschafft. Freundliche Farben, auch bunt gemischt, wechseln mit grauen ab. Auch die Qualität der Wolle wechselt: mal ist sie weich und flauschig, mal hart und kratzig.
Es kommt auch vor, dass Maschen von der Nadel fallen, manchmal auch aus Versehen. Dann entstehen plötzlich Löcher, und das Muster wird unvollständig. Es kann auch sein, dass der Faden reißt und neu angesetzt werden muss. Wir kennen das: „Neu anfangen“ Es kann auch vorkommen, dass wir das Strickzeug in die Ecke werfen, um es dann doch wieder hervorzuholen.
Es wird für uns Menschen immer ein Geheimnis bleiben, wie viel Lebensfaden uns noch zu verstricken bleibt. Wir haben die Nadeln in unserer Hand. Technik, Muster und Werkzeug können wir wechseln. Doch aufribbeln können wir nicht. Gott will helfen, dass am Ende ein annehmbares Strickwerk entsteht. Gut ist es, mit seinem Rat und Zutun weiter zu stricken.
Eure Angela aus Hannover
