Thema: Wandel und Veränderungen - im Märchen und im Leben
Seminarleitung: Katja Breitling
Wir trafen am Freitagnachmittag im Gustav Stresemann Institut in Bad Bevensen-Medingen ein. Nachdem die Zimmer bezogen waren stellte sich schnell durch freundliche Gespräche mit bekannten und neuen Mitgliedern anderer Freundeskreise ein Gefühl des Ankommens ein.
Nach dem Abendessen begann das Seminar um 19:00 Uhr mit einer Kennenlernrunde und einer Einführung in das Thema.
Hierzu hieß die Seminarleiterin und Märchentherapeutin Katja Breitling die 17 Teilnehmer willkommen und gab einen Ausblick auf den Inhalt. Zu der Vorstellung der einzelnen Teilnehmer wurde dann die Frage „Was war meine letzte wichtige Veränderung?“ beantwortet. Zur Einführung wurden dann verschiedene Zitate vorgelesen und es wurde erörtert, was man damit verbindet und wie man den Inhalt für sich interpretieren, auf sich beziehen kann.
„Wir müssen der Wandel sein, den wir in der Welt zu sehen wünschen“ (Gandhi)
„Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“ (Heraklit)
„Das Maß der Intelligenz ist die Fähigkeit zur Veränderung“ (Einstein)
„Weht der Wind der Veränderung, bauen die Einen Mauern und die Anderen Windmühlen“
„Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren“ (Andre Gide)
„Es sind die Phantasten, die die Welt verändern, nicht die Erbsenzähler“ (S. Fitzek)
Darauf folgte das erste Märchen „Der Winter- und der Sommergarten“. Gedanken der Teilnehmer hierzu wurden geschildert, sowie die Symbolik in Bezug auf Veränderung besprochen. Den Abschluss machte das „Märchen vom Mann und der hässlichen Frau“ womit die Teilnehmer in den wie immer gemütlichen Abend entlassen wurden.
Der Samstag begann mit dem Märchen „Der Schmetterling“. Bei diesem wurde insbesondere das Thema Metamorphose und Durchhaltevermögen beim Verwandlungsprozess angesprochen und vertieft. Zur weiteren Vertiefung und Veranschaulichung wurde dann ein Schmetterling gebastelt. Weiter ging es mit einer Kleingruppenarbeit in der die Teilnehmer große Veränderungen in ihrem Leben ordneten und davon berichteten. Dabei wurden auch Gemeinsamkeiten und Muster erkannt.
Am Nachmittag gab es das Märchen „Die Beutelratte, die sich fledermauste“. Hier wurde der Verwandlungsprozess Schritt für Schritt anhand des Märchenaufbaus besprochen:
- Die Ausgangssituation (Not)
- Der Weg ins Unbekannte („dunkler Wald“)
- Die Helfer treffen und Hilfe annehmen
- Die Herzensprüfung (Drachenkampf)
- Die wahre Gestalt zeigen
- Die Gegensätze in Liebe vereinen (der Kuss)
- Die Hochzeit und den Thron besteigen
Hierbei wurden von Teilnehmern Ansätze für Interpretationen zu den verschiedenen Zeitpunkten geliefert. Als Konsens kann man festhalten, dass folgende Dinge wichtig sind:
- Schritt für Schritt
- Verlustkompetenz anstelle von Verlustangst entwickeln
- Durchhaltevermögen und ernsthaften Willen beweisen
- Mut loszulassen und Vertrauen entwickeln in die neuen Flügel (die neuen aus Altem entstandenen Fähigkeiten)
In Zweiergruppen wurde dann besprochen wo in dieser Metamorphose sich jeder Einzelne sieht.
Mit der Vorstellung der Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Gespräche wurden die Teilnehmer dann in den Abend entlassen welchen alle unterschiedlich (z.B. in der Eisdiele) gestalteten.
Der Abschlusstag wurde mit dem Anreiz eröffnet, eine „Figur“ zu finden die das Ziel eines Veränderungswunsches visualisiert und dies für jeden Einzelnen besprochen.
Es folgte das Märchen „Morgen ist morgen“, welches nochmal besonders auf die Leichtigkeit und Unbekümmertheit bei Anpassungsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft eingeht.
Weiter ging es mit einer geführten Traumreise zu einem eigenen Gefährt, einer Wegstrecke und einem Begleiter. Die Teilnehmer schilderten die individuellen, völlig unterschiedlichen Erlebnisse, welche auf Wunsch auch interpretiert wurden.
In einer Abschlussrunde zeigten sich Alle positiv beeindruckt und dankbar, einige auch emotional.
Als Fazit kann man festhalten, dass Veränderung und Wandel viele Chancen bietet und wichtig ist um flexibel zu bleiben um Herausforderungen zu meistern. Dies aufs eigene Leben zu beziehen und Vermeidungsstrategien zu enttarnen kann sehr emotional sein.
Alles in Allem ein sehr schönes aber auch herausforderndes Seminar, an dessen Erkenntnisse man unbedingt anknüpfen und sie nicht verlieren sollte.
Vielen Dank!
Dirk B.
